10 Jahre Strassentiger Nord - ein Grund zum Feiern 

07.12.2020: Auf den Tag genau ist es 10 Jahre her, dass Tanja Beu und Claudia Keck den Verein Strassentiger Nord gründeten.

 

Eigentlich wollten wir dies im Jahr 2020 groß feiern, aber Corona bedingt müssen wir es noch etwas verschieben. Wir werden es auf jeden Fall nachholen, sobald es wieder möglich ist. 

 

 

Wie kam es überhaupt zur Vereinsgründung?

 

Wir wollten nicht mehr wegschauen, wenn wir wieder einmal irgendwo eine halb verhungerte, verwahrloste Katze rumstreunen sahen, um die sich niemand kümmerte. Schnell wurde uns klar, dass es niemanden gab, der sich für die freilebenden Katzen weder zuständig noch verantwortlich fühlte.

 

 

Das wollten wir ändern und handelten. In den Jahren 2009 und 2010 haben wir alles aus eigener Tasche bezahlt.  Es gab so unfassbar viele Stellen mit hilfebedürftigen, kranken Katzen, so dass wir den Entschluss fassten, einen Verein zu gründen. 

 

Der Anlass - ein Hof mit 27 Katzen
Ausgemergelte Katzenmütter mit ihrem Nachwuchs

 

Hinter der Gründung  stand das ganz große Ziel: Durch Kastrationen das Katzenelend zu reduzieren und den Katzen, die sich bisher irgendwie durchschlagen mussten, ein neues Zuhause zu geben.

 

Denn nur durch Kastrationen kann das Katzenelend langfristig reduziert werden. 

 

Von Anfang an hatten wir die Vision, durch strukturiertes Handeln, viel Öffentlichkeitsarbeit und professionelles Auftreten das Image des Tierschutzes zu verbessern.

 

Am 07.12.2010 wurde der Verein dann ins Vereinsregister eingetragen. 

 

Für die Aufnahme der Katzen als „tierschutzähnliche Einrichtung“ mussten wir zunächst viel büffeln und lernen, und in einem Lehrgang mit anschließender Prüfung unsere Sachkunde unter Beweis stellen.  Wir schlossen die Prüfung durch das Veterinäramt erfolgreich ab und durften somit auch Katzen aufnehmen und vermitteln. 

 

Und gleich im neuen Jahr fingen wir an, die Presse zu kontaktieren um den Verein bekannt zu machen. 

Der erste Artikel über die Strassentiger - zum Vergrößern bitte anklicken

Und wie ging es dann los?

 

Nach Vereinsgründung fingen wir sofort an, Katzen einzufangen und kastrieren zu lassen, diese aufzunehmen und in ein neues Zuhause zu vermitteln. Stellen mit vielen unkastrierten Katzen gab es mehr als genug.

 

Das war der nächste Hof mit 17 Katzen
Gewöhnung an die Fallen
Und es folgte die nächste Stelle mit 39 Katzen - fast alle mit Katzenschnupfen
Ludwig - eines der ersten Kitten welches wir aufnahmen
Ziemlich zu Beginn unserer Arbeit entstand dieses tolle Foto (alle Katzen haben sich zufällig nach Farben sortiert), welches uns seitdem als unser "Erkennungsfoto" seit 10 Jahren begleitet

 

Und auch die ersten Info-Stände ließen nicht lange auf sich warten - damals noch nicht so professionell wie heute

 

unser 1. Infostand im Frühjahr 2011
Ebenfalls im Frühjahr 2011 auf der Landesgartenschau im Norderstedter Stadtpark

 

Wir versuchten beim Marktplatz „Gute Geschäfte“ im Norderstedter Rathaus auf uns aufmerksam zu machen. 

 

 

Und so ging es stetig weiter und wurde professioneller und grösser. Wir entwickelten einige Info-Schilder, um auf das Katzenelend aufmerksam zu machen, die bis heute unsere Infostände begleiten und ein echter Hingucker sind. 

 

 

 

Im Jahr 2011 drehten wir mit Martin Rütter und Frank Weber, und so wurde der Verein auch über die Region hinaus in ganz Deutschland bekannt. 

 

 

 

Der Bericht wurde Ende 2011 im Rahmen eines Spendenprojektes des Senders ausgestrahlt und wir erhielten im Folgejahr einen Spendenscheck von Frank Weber über unglaubliche 10.000 Euro. 

 

 

Neben Infoständen machten wir viel Öffentlichkeitsarbeit sowohl in Zeitungen als auch im Fernsehen.  Mehr Details gibt es hier  

 

 

Zur Weihnachtszeit durften wir bereits im Jahr 2013 Wunschtannenbäume aufstellen, und waren damit Vorreiter in unserer Region. Es war damals noch ein Novum, mittlerweile sind die Wunschbäume weit verbreitet. 

 

Was haben wir in den 10 Jahren  erreicht? 

Nach 10 Jahren fassen wir ein positives Resümee, wir haben sehr viel erreicht. Dazu dürfen natürlich ein paar Statistiken nicht fehlen.

 

Seit der Gründung haben wir dank der ehrenamtlich tätigen Mitglieder und jedes einzelnen Unterstützers mit viel Engagement und Herzblut Tausenden von Katzen geholfen und die Welt ein bisschen besser gemacht. 

 

Kastrationen und die positiven Folgen

 

Seit Beginn an sind insgesamt

 

über 2.500 Katzen und Kater kastriert

 

worden, die sich sonst exponentiell weitervermehrt und zum Katzenelend beigetragen hätten.

 

Die Kastration einer weiblichen Katze kann innerhalb eines Jahres bis zu 33 Nachkommen verhindern
Zum Vergrößern bitte anklicken

 

 

Mittlerweile sehen wir die Früchte unserer jahrelangen Arbeit, wir sehen in unserem Bereich nur noch selten so große Katzenbestände wie am Anfang, und bereits kastrierte Bestände sind stabil bzw. reduzieren sich nach und nach durch den natürlichen Alterungsprozess.

 

Und wir fahren in letzter Zeit häufig weitere Wege, um Kastrationen im Bereich anderer Vereine voranzutreiben.

 

Die Anzahl der Fundkatzen in den Tierheimen gehen durch die Kastrationen merklich zurück.

 

Unser Kastrationszuschuss, den wir das ganze Jahr über Menschen gewähren, die sich die Kastration allein nicht leisten können, wird sehr gut angenommen, und so konnten wir ebenfalls schon sehr viel ungewollten Nachwuchs verhindern. Und wir tun noch mehr.

 

Katzenvermittlung 

Eines der ersten Fotos von der Pflegestation

 

Als wir am Anfang unserer Arbeit feststellten, dass viele der freilebenden Katzen zutraulich sind bzw. werden, fingen wir an, diese in der Stormarnstrasse aufzunehmen, aufzupäppeln und in ein richtiges Zuhause zu vermitteln.

 

Wir stellten die Katzen zunächst auf unserer Internet-Seite, und dann auch  in der Zeitung zur Vermittlung vor. 

 

Katzenfütterung zu Anfangszeiten in der Stormarnstrasse
eines unserer ersten Vermittlungsplakate

 

 

Dieses Vorgehen hat sich etabliert, und zusätzlich nahmen und nehmen wir ältere und kranke Abgabetiere auf, oft als Rettung in letzter Sekunde, wenn die Menschen sich aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr um ihre Tiere kümmern können.

 

Daneben gibt es engagierte Vereinsmitglieder, die Katzen übergangsweise auf privaten Pflegestellen versorgen.

 

So haben mittlerweile

 

1.333 Katzen ein neues Zuhause

 

gefunden.

 

 

zum Vergrößern bitte anklicken

 

Gegen eine Schutzgebühr und nach Überprüfung des neuen Zuhauses bringen wir die Katzen zu ihren neuen Familien. Wir sehen immer wieder, dass anfangs ängstliche und scheue Katzen mit entsprechender Geduld, Liebe und Fürsorge zu Schmusetigern und „Couch-Potatos mutieren 

 

Versorgung der Draußenkatzen

 

Außerdem versorgen wir rund 200 Draußenkatzen mit Futter und medizinischer Betreuung. Mit den Katzen auf der Pflegestation und den privaten Pflegestellen brauchen wir täglich Futter für rund 250 Katzen.

 

 

Es sind enorme Mengen, die wir täglich an Futter brauchen,

 

umgerechnet auf 1 Woche sind es

 

  • 875 Dosen Nassfutter

  • und 70 KG Trockenfutter ​

 

 

 

und in 10 Jahren

 

  • 455.000 Dosen Nassfutter

  • und 36.400 kg Trockenfutter.  

 

 

Auf der Palette steht unser Futterbedarf für 1 Woche

Umzug in neue Räume - der Start der Aktion "Zahl den Miezen die Miete" 

 

Seit 2016 sind wir mit unserer Katzenstation in neuen Räumen zu finden. Bis dahin hatte uns eine Firma ihre Räume kostenlos zur Verfügung gestellt. 

 

Nun mussten wir uns was einfallen lassen, um die nicht unerhebliche Miete aufzubringen.  Wir riefen die Aktion "Zahl den Miezen die Miete" ins Leben, die mittlerweile sehr gut angenommen wird und zur sicheren Finanzierung der Miete beiträgt. 

 

Als Dank gibt es eine kleine "Urkunde"

Öffentlichkeitsarbeit 

Wir haben sehr viel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gemacht, in Form von Internet- und Facebook-Seite, Infoständen, Tag der offenen Tür, Zeitungsartikeln und zahlreichen Fernsehberichten etc. Weitere Infos dazu gibt es hier

 

Wir haben basierend auf den Bevölkerungszahlen eine Hochrechnung der freilebenden Katzen für Schleswig-Holstein erstellt, runtergebrochen auf einzelne Regionen. Dabei kommen wir auf die mittlerweile überall kommunizierten ca. 75.000.

 

Und in den neuen Räumen veranstalten wir jährlich einen Tag der offenen Tür, der sehr gut besucht wird. 

 

der Tag der offenen Tür ist gut besucht

Wir haben einige Strassentiger-Fan-Artikel entworfen, die sehr gut ankommen und helfen, auf uns aufmerksam zu machen. 

 

Unsere Tassen sind sehr gefragt
Auf manchem Auto sind unsere Aufkleber zu sehen

 

Und wir nehmen an vielen Voting-Aktionen teil, um mit dem Gewinn neue Projekte anstoßen zu können. 

 

hier haben wir 1.000 Euro gewonnen für neue Katzen-Futterhäuser
Eine Kastrationsaktion wird vom Fernsehen begleitet
ein kleiner Auszug der Zeitungsberichte

Besondere Ehrungen

 

Besonders stolz sind wir auf 2 unvorhergesehene feierliche Auszeichnungen. 

 

Bürgermedaille der Stadt Norderstedt

 

Im feierlichen Rahmen des Neujahrsempfanges wurde uns am 22.01.2017 die Bürgermedaille der Stadt Norderstedt 2016 für besondere Verdienste durch die Stadtpräsidentin verliehen. Damit wird außerordentliches ehrenamtliches und soziales Engagement gewürdigt.

 

mehr Infos gibt es hier 

 

 

Deutscher Tierschutzpreis

 

Und kurze Zeit später freuten wir uns über eine weitere große Auszeichnung und Anerkennung unserer Arbeit im Tierschutz.

 

Vor rund 400 Gästen sowie Vertretern aus Presse und Politik wurde uns  im Oktober 2017 in feierlichem Rahmen in Berlin der Deutsche Tierschutzpreis in der Sonderkategorie Katzenschutz verliehen.

 

Der bundesweit einzigartige Preis zeichnet Tierfreunde für ihren nachhaltigen Einsatz für Tiere aus. 

 

mehr Infos gibt es hier

 

Diese Auszeichnungen sind eine große Ehre für den Verein und machen uns unendlich stolz. Denn es ist für einen Verein, der sich im Tierschutz engagiert, nicht selbstverständlich, dass man die Tierschutz-Arbeit überhaupt wahrnimmt und honoriert.

 

 

Mittlerweile sind die Strassentiger auch über die regionalen Grenzen hinaus bekannt und werden gern um Rat gefragt, wenn es um freilebende Katzen geht. 

 

 

Dank und Ausblick

Diese 10 Jahre wären nicht möglich gewesen ohne das Engagement vieler Katzenfreunde, die dem Verein - auf welche Weise auch immer -  zur Seite stehen.

 

  • Es ist im hohen Maß ein Verdienst aller ehrenamtlichen Helfer sowie Aktiven der Pflegestellen und unserer Pflegestation

  • Aber auch allen, die durch ihre Spenden, Mitgliedsbeiträge und die Beiträge zur Miezen-Miete zur finanziellen Ausstattung unseres Vereins beigetragen haben, gilt unser Dank.

 

  • Unser Dank geht natürlich auch an alle, die uns auf unterschiedlichste Weise unterstützen, und die wir hier gar nicht alle einzeln aufzählen können.

 

 

Wir sind unendlich dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen und sehr stolz auf das, was wir gemeinsam dank eurer Unterstützung erreicht haben. 

 

Nur durch dieses Engagement jedes einzelnen ist das alles möglich geworden. 

 

 

 

 

Wir haben unzählige Leben gerettet,


zehntausend-fach Katzenelend verhindert und 


die Welt für jedes einzelne Tier zum Positiven verändert.

 

 

 

 

 

Und genau das ist es, was uns antreibt, weiterzumachen,

 

bis vielleicht irgendwann der Verein mal überflüssig wird.

 

Dann haben wir unser Ziel erreicht.