Es geschehen noch Wunder
5 Wochen zwischen Bangen, Hoffen und einem großen Happy End
Die unglaubliche Geschichte der Suche einer ausgesetzten Mutterkatze und Kitten,
der Rettung weiterer Katzen in Not und
warum es sich lohnt, die Hoffnung nie aufzugeben.
Manchmal beginnt eine Rettung mit einem einzigen Foto.
Manchmal mit einer Spur im hohen Gras.
Und manchmal mit fünf Wochen voller Ungewissheit, in denen man nicht weiß, ob am Ende Hoffnung oder Trauer wartet.
Am Samstag, den 11.07.2026, erreichte uns eine Meldung über eine Mutterkatze mit fünf Kitten südlich von Henstedt-Ulzburg in Götzberg, und man schickte uns dieses Foto.
Wir machten uns sofort auf den Weg. Doch obwohl wir kurze Zeit später vor Ort waren, blieb die Suche zunächst erfolglos.
Keine Mutterkatze, keine Kitten – nichts, was uns verriet, wo sich die kleine Familie versteckt hielt.

Aufgeben kam für uns trotzdem nicht infrage.
Wir richteten umgehend eine Futterstelle ein und installierten mehrere Wildkameras.
Die Kameras schicken bei jeder Bewegung direkt ein Foto auf unser Handy. So konnten wir zumindest beobachten, wer dort unterwegs war – und vielleicht irgendwann eine Spur zu der Katzenfamilie finden.
Einige Tage später dann
der erste kleine Erfolg:
Wir konnten ein einzelnes Kitten in einem Maisfeld orten und sichern.
Es war etwa sechs Wochen alt, unglaublich zutraulich und damit noch viel zu jung, um alleine zurechtzukommen – geschweige denn, sich selbst zu versorgen.
Die kleine hat in der Zwischenzeit mit einem Katzenkumpel ein tolles neues Zuhause gefunden.
Doch von der Mutter und den vier Geschwistern fehlte weiterhin jede Spur.
Auf den Kameras tauchten zwar andere Katzen und Kater auf – einige von ihnen sollten uns im Laufe der nächsten Wochen ebenfalls noch beschäftigen. Dazu mehr unten.
Aber von der gesuchten Katzenfamilie keine Spur.
Dann, am 19.07., plötzlich dieser Moment:
Ein Bild auf unserem Handy.
Die Mutterkatze war an der Futterstelle.
Endlich wussten wir: Sie lebt.
Seitdem kam sie immer wieder vorbei.
Und jedes Mal hofften wir, dass sie irgendwann ihre Kitten mitbringen würde.
Doch sie brachte sie nicht.
Tag um Tag verging.
Woche um Woche.
Keine Kitten auf den Kameras.
Wir wussten nicht, ob sie noch lebten. Und falls ja: Wo waren sie?
Normalerweise beginnen Katzenmütter irgendwann, ihre Jungen mit zur Futterstelle zu bringen. Doch hier geschah nichts.
Mit jedem weiteren Tag wurde die Angst größer, dass wir vielleicht zu spät gekommen waren.
Um zumindest zu verhindern, dass die Mutterkatze erneut tragend wurde, entschieden wir uns, sie mit einer Lebendfalle einzufangen und kastrieren zu lassen.
Am 04.08.2026 stellte sich beim Tierarzt eine kleine Überraschung heraus: Die Katze war gar nicht scheu. Sie ließ sich anfassen und sogar kraulen.
Doch die Untersuchung brachte auch eine traurige Nachricht. Aufgrund des Zustands ihres Gesäuges mussten wir leider davon ausgehen, dass ihre Kitten vermutlich nicht mehr lebten.
Es war ein niederschmetternder Gedanke.
Aber irgendwo in uns blieb dieses kleine Fünkchen Hoffnung.
Und dann hatte eine Kollegin die entscheidende Idee:
Ein Tracker könnte uns vielleicht zu den Kitten führen.
Wenn die Kleinen tatsächlich noch irgendwo lebten, könnte ihre Mutter uns vielleicht unwissentlich den Weg zu ihnen zeigen.
Gesagt, getan.
Auf die Schnelle organisierten wir einen Tracker und befestigten ihn testweise an der Katze. Sie hatte überhaupt keine Probleme damit.
Am nächsten Morgen ließen wir sie wieder an ihrem vertrauten Ort frei.
Und dann begann das Warten.
Wo würde sie hingehen?
Würde sie uns tatsächlich zu ihren Kitten führen?
Lebten sie überhaupt noch?
Und wenn ja – wie viele?
Die Spannung war kaum auszuhalten.
Nach einigen Stunden Tracker-Beobachtung wurde klar: Die Mutter hielt sich mehr oder weniger an einer einzigen Stelle auf.
Allerdings an einem Ort, den wir zunächst kaum erreichen konnten – ein völlig unzugängliches, dicht bewachsenes und wildes Waldstück.
Wir suchten weiter und fanden tatsächlich einen kleinen Zugang.
Dort stellten wir Futter auf.
Der Tracker zeigte uns, dass die Mutter nicht weit entfernt sein musste. Doch seit mittlerweile drei Stunden bewegte sich das Signal nicht mehr.
Hatte sie den Tracker vielleicht schon verloren?
Wir beobachteten das Gelände aus sicherer Entfernung.
Und dann geschah etwas, womit wir kaum noch gerechnet hatten.
Plötzlich tauchten zwei kleine Kitten auf.
Sie kamen aus dem dichten Gebüsch und stürzten sich hungrig auf das Futter.
Unser Herz machte einen Sprung.
Wir glaubten sogar, noch ein drittes Kitten zwischen den Büschen gesehen zu haben. Aber war das wirklich so – oder spielte uns unsere Hoffnung einen Streich?
Wir holten die Lebendfalle, stellten sie auf und warteten.
Und tatsächlich:
Kurz darauf tauchte die Mutter gemeinsam mit den beiden Kitten auf.
Und als hätten sie genau gewusst, dass dort ihre Rettung wartete, gingen die beiden Kitten zusammen zielstrebig gemeinsam in die Falle.
Zwei Kitten waren gesichert!
Nun hieß es wieder warten.
Vielleicht würden sich noch weitere Geschwister zeigen.
Doch Stunden vergingen – und nichts geschah.
Die Mutter hatte inzwischen auch den Tracker nicht mehr um. Irgendwann musste sie ihn verloren haben.
Wir richteten deshalb an dieser Stelle erneut eine Futterstelle ein und installierten eine Wildkamera.
Unsere Hoffnung: Wenn Kitten Nummer 3 und 4 noch lebten, würden sie vielleicht irgendwann auftauchen.
Doch zunächst passierte wieder – nichts.
Also hieß es erneut:
Warten. Hoffen. Bangen.
Und dann kam der 07.08.
Auf einmal zeigte uns die Kamera ein kleines schwarz-weißes Kitten.
Wir hatten uns also nicht getäuscht!
Doch auf den folgenden Bildern war immer nur dieses eine Kitten zu sehen.
Die Sorge kam zurück. Was war mit dem anderen?
Wir waren traurig und befürchteten, dass es vielleicht nicht mehr lebte.
Aber wir haben neben den Fotos, die direkt aufs Handy geschickt werden, auch immer die Videos auf den Speicherkarten. Und natürlich schauen wir auch diese Aufnahmen sorgfältig durch.
Und dann kam dieser Moment, den wir wohl so schnell nicht vergessen werden:
Auf einem Video sahen wir Kitten Nummer 4 und es tauchte auch später auf Fotos auf.
Da waren sie.
Alle fünf Geschwister hatten überlebt.
Was für eine Erleichterung. Was für eine Freude!
Wir stellten erneut eine Falle zur Eingewöhnung auf. Doch die Kleinen zeigten sich nur sehr selten.
Manchmal vergingen mehrere Tage, ohne dass wir sie überhaupt zu Gesicht bekamen – manchmal erschien nur eines.
Vielleicht hatte die Mutter sie an einen anderen Ort gebracht. Vielleicht hatten sie auf einem nahegelegenen Hof einen Unterschlupf gefunden und wurden dort versorgt.
Wir wussten es nicht.
Also mussten wir wieder einen Schritt weitergehen.
Wir entschieden uns am 13.08.2026, die Mutterkatze erneut mit einem Tracker auszustatten und sie anschließend in ihrem vertrauten Gebiet freizulassen.
Wieder vergingen einige Stunden.
Dann zeigte der Tracker: Die Mutter hielt sich erneut längere Zeit an einer Stelle auf.
Wir folgten dem Signal.
Dort angekommen, stellten wir Futter auf und spielten Katzen-Lockrufe ab.
Und dann sahen wir sie.
Die Mutter – gemeinsam mit ihren beiden verbliebenen Kitten.
Alle lebten.
Alle waren da.
Alle waren wohlauf.
Die Freude war einfach unbeschreiblich.
Sofort stellten wir wieder die Lebendfalle auf.
Und dann geschah etwas, das sich fast unwirklich anfühlte:
Die beiden Kitten gingen gemeinsam in die Falle – als hätten sie gespürt, dass nun endlich ihre Rettung gekommen war.
Wenig später folgte auch die Mutter.
Und so konnte am späten Abend endlich das geschehen, worauf wir fünf lange Wochen gewartet hatten:
Die kleine Katzenfamilie war wieder vereint und in Sicherheit.
❤️
Alle sind inzwischen auf einer Strassentiger-Pflegestelle untergebracht und dürfen sich dort von den Strapazen der vergangenen Wochen erholen.
Durch die lange Zeit draußen sind die Kitten mittlerweile ziemlich verwildert. Aber wir sind voller Zuversicht, dass sie noch lernen werden, dem Menschen zu vertrauen.
Das sehen wir bereits an den beiden Kitten, die schon einige Tage bei uns sind.
Und vielleicht ist genau das das Schönste an dieser Geschichte:
Sie haben überlebt.
Sie haben zusammengehalten.
Und wir haben sie alle zusammen gefunden.
Und als wäre diese Geschichte noch nicht genug …
Während unserer vielen Einsätze vor Ort begegneten uns immer wieder weitere Katzen in Not.
Fast so, als hätten sie gewusst, dass wir kommen würden, um ihnen zu helfen.
Da war Giovanni.
Auf den Videos sahen wir, dass er humpelte. Beim Tierarzt folgte dann die traurige Gewissheit: Sein linkes Vorderbein war komplett von Schrot durchsetzt.
Das Bein konnte nicht gerettet werden und musste amputiert werden.
Man kann sich kaum vorstellen, welche Schmerzen dieser kleine Kerl über lange Zeit ertragen haben muss.
Da er das Laufen auf drei Beinen mit dem verletzten Bein bereits gewohnt war, ist die Umstellung für ihn erstaunlicherweise gar nicht so groß.
Aber eines ist jetzt sicher:
Er muss nie wieder mit diesen wahnsinnigen Schmerzen leben und ist nun bei uns in Sicherheit.
Dann tauchte Giorgio auf.
Auch er humpelte – vorne rechts.
Der Tierarztbesuch zeigte das ganze Ausmaß: Sein Bein war massiv deformiert, durchlöchert, schwer entzündet und vereitert.
Giorgio bekommt nun Antibiotika und bleibt zunächst bei uns unter Beobachtung.
Unsere große Hoffnung:
Dass wir sein Bein retten können.
Auch Giorgia brauchte dringend unsere Hilfe.
Sie hatte eine massive Gebärmutterentzündung und darf sich nun bei uns von den Strapazen erholen.
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Und dann war da noch Giorgina – ein gerade einmal etwa zehn Wochen altes Kitten.
Stark abgemagert, völlig heruntergekommen und vermutlich ausgesetzt.
Auch sie hat nun endlich einen sicheren Platz bei uns. Nach knapp 1,5 Wochen fängt sie nun auch ein bißchen an zu spielen und scheint dankbar, in Sicherheit zu sein.
Einen weiteren unkastrierten Kater konnten wir kastrieren und chippen lassen und anschließend wieder an seinem vertrauten Ort freilassen. In der näheren Umgebung befinden sich mehrere Höfe, auf denen er versorgt werden würde.
Und der nächste, unkastrierte Kater wird demnächst noch eingefangen zum Kastrieren.
Und für eine Mutterkatze, die gerade geworfen hat, haben wir bereits eine Futterstelle eingerichtet. Sobald ihre Kitten alt genug sind, wollen wir auch sie sichern und kastrieren lassen.
Unser Fazit
Fünf Wochen.
Fünf Wochen voller Suche, Unsicherheit, Rückschläge, Hoffnung und immer wieder der Angst, dass wir vielleicht zu spät gekommen sind.
Wir wussten nicht, ob von den fünf kleinen Leben überhaupt noch eines übrig war.
Und am Ende durften wir feststellen:
Sie waren noch da. Alle. Und wir konnten zusätzlich noch einige Tiere mehr retten.
Manchmal braucht es Geduld.
Manchmal braucht es Umwege.
Manchmal eine Kamera, manchmal einen Tracker – und manchmal einfach Menschen, die nicht aufgeben.
Diese Geschichte hat uns einmal mehr gezeigt, warum wir weitermachen und es sich lohnt, die Hoffnung nicht aufzugeben.
Warum sich jede schlaflose Nacht lohnt.
Warum sich jede Stunde im Regen, im Gebüsch oder an einer Futterstelle lohnt.
Warum man auch dann weiterhoffen sollte, wenn die Hoffnung schon fast verschwunden ist.
Denn wir konnten alle retten, weil wir nicht aufgehört haben, nach ihnen zu suchen.
Und genau deshalb können wir heute sagen:
Es geschehen noch Wunder. ❤️🐾
Danke von Herzen an alle, die Teil dieser großartigen Geschichte sind und waren. ❤️
Durch eure Unterstützung und euer Engagement konnten wir gemeinsam so viele Katzenleben retten und ihnen eine zweite Chance schenken



